Event

Kolonie Wedding art exhibition: Tierisch gut!

Tierisch gut - Wayang Rajakaya trifft An_ima(l)gination

Mo-Fr 15-23Uhr
Sa&So 10-23Uhr

An_ima(l)gination
als sie eins wurden, erblickten sie neue Horizonte
Linoldrucke
in verschidenen Größen.
Öl auf Papier
seit 2016 bis jetzt

Wir kochen indonesisch zur Vernissage!!!
31.8.2018

„An_ima(l)gination – als sie eins wurden, erblickten sie neue Horizonte“
ist eine Linolschnitte Serie von Herlambang Bayu Aji. Der Titel der
Serie nimmt Bezug auf die chimärischen Tierwesen, die auf Ajis
Linolarbeiten zu sehen sind. Der Neologismus, An_ima(l)gination, spielt
mit den englischen Begriffen für ‚Tier‘ und ‚Vorstellung‘ und beschreibt
die Verbindung unterschiedlicher Tierelemente. Schon in der alten
chinesischen Mythologie ist ein solches Wesen zu finden. Bevor der
spätere Gelehrte Konfuzius geboren wird, erscheint seiner Mutter das
Qilin. Ein Qilin hat einen Drachenkopf, Schuppen einer Schlange, den
Körper eines Hirsches und magische Kräfte. Die Erscheinung des Qilin ist
ein gutes Vorzeichen. Seit der Antike ist auch ein tierisches Mischwesen
in Bayerischen Wäldern zu Hause, der Wolpertinger, der sich durch den
Körper eines Hasen, ein Hirschgeweih und Eulenflügel auszeichnet und
äußerst scheu und zurückgezogen lebt.

Die zoomorphen Collagen von Beauvais Lyons zeigen tierische Mischwesen.
Die Lithographien aus der akademischen Periode erinnern an zoologische
Darstellungen aus dem 19. Jahrhundert und suggerieren wissenschaftliche
Beweise, obwohl es diese Tiere auf den Lithographien so nicht gibt.
Tatsächlich enttarnen sie die konstruierte Neutralität, die einer
Darstellung allein durch den akademischen Kontext oder das künstlerische
Medium zugeschrieben wird.

Die Wesen auf den Linolschnitten Herlambang Bayu Ajis sind ebenfalls aus
Körperelementen unterschiedlicher Tiere zusammengesetzt. Die Tierwesen
entstammen der Phantasie und alle tierischen Körperelemente stehen
symbolisch für Charakterzüge, die der Künstler bei Menschen in seiner
Umgebung beobachtet hat. Diese hat Aji miteinander verbunden und in
seine Tierbilder übertragen. Es sind menschliche Wesenszüge in
Tiergestalt. Einem Haifisch wachsen Flügel, einem Pinguin Krakenarme und
die Kuh kann mit ihrem Fischschwanz schwimmen. Die Tierkörper stehen für
die spontane Flexibilität, für neugefundene Handlungsoptionen, die aus
der Erfahrung heraus entstehen, dass die eigene Sicht der Dinge nicht
als Norm anzunehmen ist. Es sind Eigenschaften, Versatzstücke der
Identitäten, die Menschen im Laufe des Lebens einnehmen. Durch
unerwartete Ereignisse wie durch den Wechsel des eigenen Wohnortes
stehen Menschen unbekannten Denkstrukturen und Kausalmustern gegenüber.
Die Auseinandersetzung mit Ungewohntem bedeutet hierbei immer einen
persönlichen Zugewinn. An_ima(l)gination – als sie eins wurden,
erblickten sie neue Horizonte ist ein künstlerischer Kommentar zu den
Erlebnissen, die Ajis Umzug aus seiner Heimatstadt Solo in Indonesien
nach Berlin in Deutschland erfordern.

Das Schattenpuppentheater “Wayang Rajakaya“
Herlambang Bayu Aji, Gründer von Wayang Rajakaya, kommt aus Solo, Zentraljava, ist bildender Künstler wie auch Schattenpuppenspieler und lebt seit 2010 in Berlin.
Bereits während des Kunststudiums in Indonesien hat er begonnen seine eigenen Schattentheaterfiguren zu entwickeln. Auf erste eigene sozialkritische Stücke hin folgten später in Europa Geschichten, die sich mit der dortigen Märchenwelt beschäftigen wie „Kalif Storch“ von Wilhelm Hauff mit 17 Hippies oder das von den Gebrüdern Grimm inspirierte „Ich bin kein Froschkönig“ mit Laleh Torabi.
Von Anfang an umfasste H. Bayu Ajis Tätigkeit auch Schattenpuppenworkshops sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Seit 2016 hat er seinen Abschluss im Masterstudiengang Kunst im Kontext an der Berliner Universität der Künste.
Das traditionelle indonesische Schattentheater Wayang hat über Jahrhunderte in den Regionen Indonesiens ganz eigene Stile und Ausprägungen entwickelt. Figuren, Musik und sogar die Erzählersprachen variieren von Ort zu Ort. Im klassischen, überlieferten Wayang werden meist die Epen des Ramayana und Mahabharata gespielt. Doch finden inzwischen auch Neu- und Weiterentwicklungen des Wayang ihr Publikum.
Mit „Wayang Rajakaya“ arbeitete H. Bayu Aji sowohl in Deutschland als auch in Indonesien mit verschiedenen Künstlern und Musikern zusammen.

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